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Wir alle wissen: Irren ist menschlich,

aber wenn es um Geld geht, hört der Spaß auf.
Herr, lass es Hirn regnen …

Die staatseigene Förderbank KfW überwies der amerikanischen

Investmentbank Lehman Brothers am 15.09.2008 knapp 320 Millio-

nen Euro. Die vereinbarte Gegenzahlung von rund 500 Millionen Euro

blieb aus, da Lehman bereits in der Nacht zuvor Insolvenz

angemeldet hatte. In der KfW wurde diese Entwicklung von

niemandem rechtzeitig bemerkt – und das, obwohl Lehman während

der Finanzkrise schon mehrmals knapp vor dem Ruin stand.

Auch die elektronischen Medien sendeten in dieser Nacht rund um

die Uhr Alarmmeldungen. Zwei verantwortliche Vorstandsmitglieder

mussten das Unternehmen verlassen. Der verantwortliche KfW-

Risikomanager wurde – trotz, dass dieser zu dem Zeitpunkt im

Urlaub war – in den vorzeitigen Ruhestand geschickt.

Etwa 200 Millionen Euro holte sich die KfW später an anderer Stelle

von der Investmentbank zurück. Vom restlichen Geld feierten die

Angestellten von Lehman sicher eine fette Party.

Das gute alte Copy & Paste und seine Tücken: Im März 2015 forderte

 die Deutsche Rentenversicherung die klitzekleine Summe von
über vier Billionen Euro – 4.632.124.357.000.001 € um genau zu sein –
von einer Kundin aus dem Schwarzwald. In einem Brief hatte die

Minijob-Zentrale angekündigt, den 16-stelligen Betrag erneut von dem

 Konto der Frau einzuziehen. Der erste Abbuchungsversuch wäre

aus nicht ersichtlichen Gründen gescheitert. Die Bank hatte bestätigt,

 dass das Schreiben so an die Kundin rausgegangen war.

Die Mitarbeiterin hatte versehentlich die Kundennummer ins

Formular kopiert. Laut der Aussage hatte es sich nur um einen

niedrigen, dreistelligen Betrag gehandelt.

Auch bei den Stadtwerken Bietigheim-Bissingen kam es 2014

zu einer peinlichen Panne: Über Jahre waren die Zähler in

städtischen Gebäuden nicht abgelesen worden. Die Stadt musste

deshalb deftig nachzahlen – 376.523,99 €. Erst Ende 2013 war dort

jemandem aufgefallen, dass in mehreren städtischen Gebäuden –

einem öffentlichen Zentrum, einer Schule und in den Marktplatz-

Arkaden – teilweise seit Anfang 2012 die Wärme- und Stromzähler

nicht abgelesen beziehungsweise abgerechnet worden waren.

Die Stadt musste kräftig nachzahlen.

Auch in Deutschland kennt die Skrupellosigkeit keine Grenzen –

„Hypo Real Estate geht aus der jüngsten Krise gestärkt hervor.“,

behauptete Georg Funke, Chef der Münchner Immobilienbank

Hypo Real Estate, im November 2007. Anfang 2008 gab er dann

überraschend hohe Verluste durch die Finanzkrise bekannt.

Ende September 2008 drohte sogar die Pleite des DAX-Konzerns.

Die Hypo Real Estate konnte mit viel Geld gerettet werden,

Funke wurde in hohem Bogen rausgeschmissen.